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In der Debatte um den Artikel Try Macrostock wurde mir immer wieder vorgehalten, Macrostockagenturen
seien nicht transparent. Bei Microstock würde der Fotograf durch die
Downloadstatistiken sehen, was sich gut verkauft und er hätte durch
schnelle Verkäufe auch sehr schnell Kontrolle darüber, ob etwas gut
oder schlecht läuft. Dazu dann doch ein paar Anmerkungen hier im
Blog.
Ja, es stimmt, bei uns müssen
Fotografen warten, bis sie Ergebnisse sehen. Wir verheimlichen das
niemanden. Es dauert manchmal bis zu einem Jahr, bis der Fotograf die
erste Abrechnung sieht. Warum? Nachdem er die Bilder aufgeladen hat,
vergehen ein paar Wochen, bis die Bilder verschlagwortet und an die
Partner exportiert sind. Unsere Partner müssen nach dem Export die
Bilder in ihre Datenbanken integrieren. Das geht bei den einen
schneller, bei den anderen langsamer. Danach müssen deren Käufer
erst einmal die Bilder finden. Bis es zur Verwendung kommt, vergeht
nochmals Zeit. Viele unserer Partner erlauben den Kauf auf Rechnung.
Erst wenn diese bezahlt ist, bekommen wir die Abrechnung und
gewöhnlich landet einen Monat später das Geld auf unserem Konto und damit auch auf dem Konto des Fotografen.
Nochmals: Jeder, der bei uns einen Vertrag abschließt, weiß, er muss
etwas Geduld haben. Allerdings ist es tatsächlich ein Nachteil, ein
Jahr warten zu müssen. Deshalb war uns immer daran gelegen, den
Export zu beschleunigen. Unsere zuständige Mitarbeiterin hat hier
zusammen mit den Programmierern sehr gute Arbeit geleistet. Die
Exporte finden alle sechs Wochen statt. Inzwischen haben wir bei
manchen Bildserien, die gut ankommen, schon nach drei Monaten die ersten Verkäufe auf
Abrechnungen. Seit kurzem hat jeder unserer Fotografen ein
Statistiktool. Mit diesem kann er sehen, welche Bilder sich wie oft
zu welchen Preisen verkaufen. Im Moment sieht er aber nur die
Verkäufe, für die wir das Geld bereits auf dem Konto haben, nicht
die Bilder mit offenen Rechnungen. Wir werden das in den nächsten
Tagen ändern. Das System wird so also noch transparenter und die
Geduld auf eine weniger harte Probe gestellt werden. Ich denke, nach drei bis vier Monaten zu zu sehen, ob Bilder vom Markt angenommen werden oder nicht, hält jeder aus.
An dieser Stelle noch ein Wort zur
Verkaufsentwicklung von Bildserien. In Microstock haben die Bilder
nach einem halben Jahr ihren Höhepunkt, im zweiten halben Jahr
flachen die Verkäufe schon ab und und die Fotos, die keine oder wenige Verkäufe erzielen, verschwinden langsam im Nirwana der jeweiligen Agentur. Bei uns erreichen
die Bilder nach zwei Jahren die besten Umsätze und flachen nach drei
Jahren ab. Die Lebensdauer von Bildern scheint etwas länger zu sein.
Und da wir höhere Preise erzielen, sind einzelne Verkäufe nach vier
oder fünf Jahren auch noch eine schöne Sache. Bei Microstock eher
nicht so interessant, es geht ja rein um die Masse, um mit einem Bild zu einem guten Umsatz zu kommen.
Zum nächsten Argument. Wäre es besser,
öffentlich zu zeigen, wie viele Verkäufe ein Bild hat? Ich denke
nicht. Denn wozu führt das? Alle schauen bei uns nach, was sich am besten
verkauft, fotografieren ähnliche Bilder, bieten sie unter Umständen billig an und entwerten so die Ideen unserer Fotografen.
Ich habe über leidvolle Erfahrungen geschrieben, zum Beispiel im
Artikel Oh wie war das schön. Wir wollen Ideen unserer Fotografen, so
weit das heutzutage noch möglich ist, schützen. Würden wir die
Downloadzahlen veröffentlichen, käme das einer Aufforderung zum
Kopieren gleich und das muss nicht sein. Wer daran interessiert ist,
was für Themen sich gut verkaufen, kann ja gerne bei Fotolia oder
iStockphoto recherchieren. Meinen Fotografen rate ich das sogar. Denn
es ist gut, einen Überblick darüber zu haben, was die anderen
machen, welche Bilder dem Kunden billig angeboten werden und zu
recherchieren, ob die eigene Idee schon verwirklicht ist. Für
Macrostock sollte man sich unterscheiden, Bilder anders oder besser machen und
neue Ideen entwickeln. Zumindest gleich gut sollten die Bilder sein,
denn mancher Kunde will nicht billig kaufen und wählt schon einmal
die teurere Alternative. Aber auch hier gilt: Bitte nicht einfach die Ideen von guten Microstockbildern übernehmen. Was Du nicht willst, das man Dir tut,...
Zum Schluß bleibt mir zu sagen, ich
weiß nicht, wie andere Macrostockagenturen das handhaben, aber
Westend61 bietet aus meiner Sicht die Transparenz, die für
Fotografen nötig ist und wird, was die Downloadzahlen betrifft, aus
guten Gründen kein Microstockklon werden.
G. Staufer

He , was mich interessieren würde wäre wo letzendlich die Bilder bei welchen Partner landen ? Zudem vermisse ich bei anderen macroagenturen Belegexemplare bzw. downloadreports auch wenn diese nicht benutzt werden , wäre trotzdem supi zu wissen was den Kunden interssiert oder nicht ... Grüsse Reka
AntwortenLöschenAlso, die Bilder landen bei allen unseren Partnern. Die Liste wäre hier zu lang, aber es sind ca. 150 RF und 50-60 RM. Manche Partner wie Getty, Corbis oder Masterfile editieren die Bilder dann nochmals, sie nehmen nur was sie wollen, in der Regel um die 50%. So, da wir fast alle Bilder über unsere Partner verkaufen, haben so gut wir keine Belegexemplare, denn wir bekommen keine von unseren Partnern. Wir recherchieren selbst von Zeit zu Zeit im Internet oder entdecken gute Veröffentlichungen beim Einkaufen oder einem Spaziergang durch die Stadt. Die Google Bildersuche ist da sehr hilfreich.
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